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Samstag, 18. Dezember 2010

Mario Vargas Llosa: Lob der Stiefmutter

Soll ein erotischer Roman sein... hm, nun ja. Für den Autor vielleicht. Knistern tat es bei der Lektüre nicht gerade, besonders dann nicht, wenn Vargas Llosa ausgiebig die Toilettengänge des Hausherren, seine analen Gefühle beim Stuhlgang sowie die anschließenden Reinigungsprozeduren beschreibt - Bereiche also, die auch schon vor Roches Feuchtgebiete angesprochen wurden, dabei allerdings mit sehr viel mehr Aufwand an Eleganz und Stil (sofern in dieser Thematik möglich).
Gut geschrieben ist der Roman dabei allemal. Aber worum geht´s eigentlich...?
Da gibt es eine Stiefmutter, den Hausherrn und den Sohn des Hausherrn. Und der Sohn, ein wenig frühreif, verliebt sich auf eigenartige Weise in die Stiefmutter. Dumm von ihr, dass sie die Kontrolle verliert...
Vargas Llosa verknüpft diese Rahmenhandlung mit eingeflochtenen Passagen aus antiken Sagen, der römischen Mythologie und anderen Ausschweifungen, die eigentlich nicht so recht in die latinische Großstadtatmosphäre Limas passen wollen.

Fazit: Nett, aber nicht umwerfend, auch wenn es einen interessanten Wendepunkt in der Story gibt.

Mario Vargas Llosa: Lob der Stiefmutter (orig.: Elogio de la madrastra). Aus dem Spanischen von Elke Wehr. Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1993.

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