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Montag, 7. März 2011

Isabel Allende: Das Geisterhaus



Diese chilenische Familiensaga lässt die Buddenbrooks im Regen stehen. Wie trivial und nichtssagend erscheint doch ein Thomas Mann im Vergleich zu diesem Teppich von Erzählung!
Über Generationen verfolgt der Leser die Geschichte der Familie Trueba, beziehungsweise del Valle. Das Schicksal dieser Familie ist gewürzt mit Mystik, mit Blut und Liebe, mit Gewalt, Reichtum und Elend. Die politischen Ereignisse im Chile seiner Zeit sind stets auch mit dem Auf und Ab des truebanischen Lebens verknüpft. Die Katastrophe schließlich basiert ebenso auf realen Ereignissen: Der Ermordung des ersten sozialistischen chilenischen Präsidenten Salvador Allende (Onkel der Autorin) durch einen von den USA gesteuerten Militärputsch (Henry Kissinger zeichnete dafür mitverantwortlich - und bekam später den Friedensnobelpreis (!)).
Allendes Stil ist unglaublich vielseitig: Witzig, charmant, blutig, mystisch, spannend,...Der Roman entfaltet auf jeder Seite eine neue Facette von brillantem Ideenreichtum. Als Leser erlebt man Haut an Haut die jüngere Geschichte dieses wunderbaren Landes nach - ihre schönen Seiten und auch die dunklen Episoden. Die Charaktere sind lebendig und wecken Empathie, selbst die schlechten.


Fazit: Warum der Roman ein Weltbestseller wurde, weiß man spätestens, wenn man ihn gelesen hat!

Isabel Allende: Das Geisterhaus (orig.: La casa de los espiritus). Aus dem Spanischen von Anneliese Botond. Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1989.

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